Donnerstag, 20. Dezember 2018

Umweg via Sur

Am Samstag, unserem Pausentag, machten wir zusammen mit Andrew eine kleine Veloausfahrt innerhalb vom Dorf, wo er uns das Bewässerungssystem und die Dattelpalmenwälder zeigte. Danach fuhren wir zu dritt mit dem Auto auf das Al Saiq Plateau. Wir besuchten den Diana's Point und testen Andrews Auto auf einer atemberaubenden Strasse, welche in ein kleines Dorf in einem engen Tal führte.
Aussicht vom Diana's Point
Einfahrt zur Offroadstrecke
Nach einem Snack fuhren wir die Asphaltstrasse runter, zurück nach Birkat.
Am Abend bekochte uns Mae mit einem Thai Curry und wir konnten von ihren unglaublich guten Brownies kosten.
Am nächsten Morgen war der schon fast hotelmässige Aufenthalt schon wieder vorbei und wir radelten nach dem Frühstück in Richtung Izki und Ibra. Um noch das Wadi Shab besuchen zu können, hatten wir uns entschieden einen Teil der Strecke mit PickUps zurückzulegen. So überbrückten wir mit zwei Autos knapp 70km. Es hielt jeweils das zweite brauchbare Fahrzeug an. Also eine logistisch ganz einfache Sache.
Hilux als Velotransporter
Zwischen Ibra und Sur wird aktuell eine 6-spurige Autobahn gebaut, so dass wir entweder nur wenig Platz auf der alten oder übertrieben viel Platz auf der neuen Strasse hatten. Bei einer Einfahrt sahen wir von weitem drei Köpfe in Velogeschwindigkeit über die Brücke fahren. Wir lagen mit unserer Vermutung richtig und so trafen wir die drei deutschen Radler (welche wir in Shiraz kennengelernt hatten) zum siebten Mal. Eine freudige Überraschung welche mit einer gesprinteten Überquerung der Autobahn ermöglichten. Wiederum tauschten wir Informationen aus und verabredeten uns in Muskat.
Nach gut hundert geradelten Kilometer erreichten wir einen brauchbaren Zeltplatz in der Nähe vom Abzweiger ins Wadi Bani Khalid. Am nächsten Morgen hatten wir den schon fertiggestellten Abschnitt der Autobahn für uns und fuhren auch dank gutem Wind, aber vor allem durch die angenehme Temperatur ziemlich einfach nach Al Kamil.
Morgenstimmung auf der Autobahn
Aber schon anfangs Dorf drehten wir uns in den Wind und hatten nun bis über Sur hinaus teilweise ziemlich starken Gegenwind. Unterwegs muste noch einen Platten bei Livios Velo repariert werden. Einmal mehr hatte sich ein Draht durch den Pneu gearbeitet und den Schlauch zerstochen. In Sur angekommen steuerten wir einen grossen Supermarkt an und verbrachten dort mit Essen, Einkaufen und Faulenzen die heisseste Zeit des Tages. Um noch etwas näher an unser nächstes Zwischenziel Wadi Shab zu gelangen folgten wir der Autobahn in Richtung Norden. Am Strand von Qalhat fanden wir nach gut 120 Tageskilometer eine Art Unterstand, wo wir uns für die Nacht niederliessen. Vor dem Kochen testeten wir aber noch den Wellengang vom Meer und liessen uns durchspülen ;-)
Im Sonnenaufgang vom 18. Dezember starteten wir in Richtung Wadi Shab. Dort angekommen liessen wir uns von einem Boot über den ersten kleinen See transportieren und wanderten ausgerüstet mit Lunch und Badesachen los, denn wir wollten in den Süsswasserpools des Wadis baden gehen. Bei dem Badespot angekommen, waren wir fast alleine. So suchten wir uns einen Platz für unser Material und schwammen nur mit Livios wasserdichter Kamera ausgerüstet los. Durch mehrere Teiche und Bäche erreichten wir ein tiefes und ziemlich grosses Becken an dessen Ende ein Seil hing, das über eine Felsstufe führt. Chregu schwaderte aber noch herum und entdeckte einen schmalen Durchgang, wo gerade so der Kopf über Wasser Platz hat. Unter Wasser ist mehr Platz und so konnten wir durch schwimmen. Nach dem Engpass fanden wir uns in einer Art Höhle mit einem Wasserfall wieder. Den steilsten Teil des Wasserfall konnten wir mit Hilfe eines montierten Seiles überbrücken und kletterten danach weiter hinauf zum letzten Pool, welches wir erreichten. Nachdem Chregu dort noch einen Geocache gefunden hatte, machten wir uns auf den Rückweg und trafen dabei auf die ersten anderen Schwimmer. Zurück bei unserem Material genossen wir die Sonne und schauten dem Geschehen zu, denn unterdessen waren einige Leute vor Ort und machten sich bereit für das Abenteuer.
steile Wände, schöne Pools
Köpfler
 

Wasserfall in Höhle
warten auf (noch) bessere Zeiten
Wir assen unser Lunch und marschierten danach zurück zum Parkplatz. Wir liessen uns aber Zeit und fuhren danach nur noch wenige Kilometer bis wir bei einem gemauerten Unterstand etwas abseits der Hauptstrasse einen guten Platz fanden. Gerade als wir fertig waren mit dem Abwasch und wir den Liegeplatz ausgesucht hatten, tauchte ein Auto auf und zwei Omanis stiegen aus. Sie erklärten uns dass sie da kochen werden und als wir realisierten, dass es eine längere Geschichte geben könnte, sattelten wir unsere Drahtesel und fuhren auf der Schotterstrasse wenige 100 Meter weiter wo wir dann unsere Mättali auf den Zeltboden legten und die Nacht unter freiem Himmel verbrachten.
Zmorge im Bett
Den 19. Dezember verbrachten wir grundsätzlich nur mit Velofahren. Die einzige Ausnahme war der Besuch der Bimmah Einsturzdoline. Wir waren zwar nicht wirklich vorbereitet, entschieden uns, als wir dann vor dem Wasserloch standen doch für ein Bad. Das Wasser ist salzig, da es mit dem Meer verbunden ist, aber völlig klar und wunderbar um eine Schwumm zu wagen.
Nach der Mittagshitze näherten wir uns unserem Couchsurfinghost in Muscat (Al Amerat) bis auf etwa 60 Kilometer, wo wir uns einrichteten um die letzte Campingnacht der Reise wiederum unter freiem Himmel zu schlafen.
Schlafsacktrocknung
Die letzten Kilometer nach Al Amerat legten wir heute morgen ohne weiteres zurück und konnten uns bei einem Couchsurfinghost einquartieren wo wir die letzten drei Nächte im Oman bleiben können.

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