Mittwoch, 7. November 2018

Nasse Küste

Als wir in Astara unsere Suite verliessen war das Wetter trocken und warm genug für das T-Shirt. Aber wenige Kilometer nach dem Start netzte es so stark aus dem Nebel, dass wir die Regenkleider doch hervorkramten. In Talesh trafen wir dann jedoch trocken ein. Wir assen unser zMittag in einer kleinen Burgerbude und schauten von drinnen der nächsten Regenschauer zu. Den Nachmittag verbrachten wir weiter auf der grossen vierspurigen Strasse und folgten ihr bis nach Rezwanshahr. 
Einkaufen am Strassenrand
Spuren eines früheren Schauers
Ausserhalb von Rezwanshahr fanden wir dann aber eine offene Unterkunft, wo wir freundlichst empfangen wurden. Nach dem rauftragen des Gepäcks gingen wir noch auf einen Tee beim Eigentümer in seiner kleinen Bude vorbei. Dort assen wir am Morgen dann auch unser Frühstück.
Das Wetter war super und so konnten wir Kilometer um Kilometer abspulen und fuhren via Bandar Anzali in Richtung Lahijan. In Anzali war die Polizei ziemlich präsent, weil gerade Jahrestag der Stürmung der US-Botschaft war. Wir umfuhren die Menschenansammlungen und fanden am Stadtrand eine Konditorei wo wir, einmal mehr, unsere Zuckervorräte aufstockten.
Zuuuucker ;-)
Da wir so oder so ins Hotel wollten, nahmen wir uns die Zeit und genossen ein paar super Kebabs mit Reis. Leider wurden wir dann auf der Suche nach einem Hotel nochmals verregnet.
Um das Kaspische Meer nicht nur von der Strasse aus zu sehen machten wir einen Abstecher an den Strand, dabei machten wir es den Iranern gleich und fuhren somit bis ganz runter ans Wasser.
Velos am Strand
Da wir in Lahijan mit einem Warmshower-Host abgemacht hatten, fuhren wir aber relativ schnell wieder weiter. In Lahijan angekommen schauten wir uns um und landeten am Ufer des künstlichen Stadtsees. Bei der Umrundung dieses "Sees" wurden wir von einem deutschten Paar angesprochen. Die beiden sind zusammen mit einem iranaischen Paar mit jeweils einem Büssli unterwegs. Nach dem gemeinsamen Znacht in einer Pizzeria und den Rouladen in der Konditorei traffen wir dann auf unsere Hosts. Die eigentlichen Warmshower-Hosts hatten keine Zeit für uns, aber wie es so ist im Iran war schon ein Ersatz für uns organisiert und so marschierten wir zusammen mit zwei anderen Freunden nach Hause. Alle vier arbeiten zusammen und produzieren Hochzeitsvideos.
Da Parviz (unser Gastgeber) nur wenig Englisch spricht, übersetzte sein Freund oder Google. So entwickelten sich innerhalb kürzester Zeit Running Gags und Parviz wurde zum "King of Iran" und Livio zum "King of Switzerland". Auf die erstarkten diplomatischen Beziehungen wurde dann auch mit Tee angestossen ;-).
Könige unter sich
Nach einem späten Znacht fielen wir müde und um weitere Freunde reicher ins Bett. Am nächsten Morgen gab es noch einen Abschiedstee mit dem König und wir machten uns wieder auf.
Da der Wetterbericht für den nächsten Tag Regen voraussagte, wollten wir auch an diesem Tag möglichst viel Strecke machen. Das Wetter war trocken und wir hatten Rückenwind. So flogen wir in Richtung Chalus und hatten nach gut einer Stunde schon 30 Kilometer auf dem Tacho. Die Fliegerei wurde dann aber jäh gestoppt, als Livio durch eine kleine Unachtsamkeit stürtzte und sich einige Schürfungen an den Armen zuzog. Da der Sturz gerade in einem Dorf passierte, wurde uns schnell geholfen und Taghi Mohamad lud uns ein in sein Haus zu gehen um die Wunden zu pflegen. Da das Haus aber nicht zu Fuss erreichbar war, wurden unsere Velos auf einen Paykan-PickUp geladen und wir fuhren alle zusammen los. Der Fahrer, Livio und Taghi auf den beiden Sitzen in der Kabine. Chregu als Ladungssicherung der Velos auf der Ladefläche.
Das Haus unseres Helfers Taghi
Nach der Pflege der Wunden fragten wir, ob wir für die Nacht bleiben können und bekamen zu Antwort wir könnten gerne auch ein oder sogar zwei Monate bleiben. Immer wieder unglaublich wie hilfsbereit die Iraner sind.
Am 6.11. war es dann wie vorhergesagt extrem regnerisch und so verbrachten wir den Tag mit Essen und Schlafen. Freunde von unserem Gastgeber kamen vorbei und kochten für uns Fisch aus dem Kaspischen Meer. Wir diskutierten viel über deren Familien, welche grösstenteil im Ausland leben. So erzählten sie uns auch über die Probleme mit den Sanktionen der USA und den Visageschichten, welche sie veranstalten müssen um nur schon die eigenen Grosskinder zu besuchen.
Als Europäer haben wir es dank Schengen extrem viel einfacher. Und speziell als Schweizer können wir uns das Reisen leisten und können so ziemlich problemlos die Welt entdecken.
Am Morgen vom 7.11. genossen wir noch einmal die Gastfreundschaft und wurden mit Spiegeleier bekocht. Danach packten wir unser Zeug und fuhren trotz einigem Unverständnis unserer Gastgeber los. Es war nämlich immer noch sehr regnerisch. Uns zog es aber weiter.
Back on the road
Ramsar erreichten wir ziemlich nass und so suchten wir, nach dem immer wiederkehrenden Kebab, ein Hotel.
Morgen werden wir nach Chalus fahren, um dann wahrscheinlich mit dem Bus über den Kandovanpass nach Tehran zu kommen.

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