Freitag, 6. Oktober 2023

per "Nussschale" nach Tunis

Nachdem wir uns beim Frühstücksbuffet im Hotel voll gegessen haben, war unserer Ziel der Fährhafen. Wir mussten 5 (oder nach anderen Angaben 4) Stunden vor Abfahrt der Nussschale am Hafen sein. Das hiess also 13:00 (bzw. 14:00). Und weil wir an dem Tag so oder so nichts mehr anderes zu tun hatten, rollten wir um 12 Uhr beim Hotel los und waren nach einem "Farmacie"-Besuch (Sonnencreme) schon um 12:30 Uhr am Hafen.

Wir waren aber überhaupt nicht die ersten. Schon einige Offroad-Camping-Lastwagen, Töffs und viele Autos waren schon da. Wir wurden hinter zwei deutschen Töfffahrern eingereiht und kamen schon bald mit ihnen ins Gespräch. Natürlich tauschten wir unsere Ziele und Erfahrungen aus und machten uns gegenseitig zu den Bewachern unseren drei Fahrzeugen.  

 

beim Anstehen/Anhocken am Hafen

Irgenwann realsierten wir, dass wir im Terminal drin einchecken müssen. Sprich am Schalter vorbeigehen, 13€ irgendwelche Einreisegebühren bezahlen und ein Zettel bekommen für die Polizeikontrolle. 

Wieder zurück auf dem Platz bei all den Fahrzeugen sickerte durch, dass wir dann ab 15.00 die Pass/Polizeikontrolle zu machen hätten. Also wieder rein ins Terminal, hoch in den ersten Stock und anstehen für was? Dies wusste eigentlich niemand so genau, aber das Buschtelefon auf dem Platz funktionnierte erstaunlich lückenlos. Auf jeden Fall mussten wir den ausgefüllten Zettel und den Pass zeigen und erhielten auf dem ausgefüllten Zettel einen Stempel.

Nach ca. einer weiteren Stunden ging es dann los mit dem Boarding und wir konnten auf die Fähre fahren. Wir bekamen einen Extraplatz für unser Pino und konnten kurz darauf, vollgepackt mit allen Sagoschen, unsere Kabine beziehen. Wie die meisten anderen machten wir dann eine Tour durchs Schiff und auf die offenen Decks und schauten von da zu wie die Fähre vollgeladen wurde mit Lastwagenaufliegern. Besonders faszinierend waren die Containerschieber, bei welchen die Fahrer jeweils per Knopfdruck ihren Sitz in der Kabine drehen konnten. Auch konnten wir einigen Nachzüglern zuschauen, welche teils weniger als eine Stunde vor Abfahrt auftauchten, aber doch noch eingeladen wurden (der Nervenkitzel jener Personen war aber bis zu uns auf die Fähre spürbar).


Veloparkplatz in der Fähre

auch wir reisen nicht CO2-neutral

Nach der unerwartet pünktlichen Abfahrt genossen wir den einbrechenden Abend auf dem Deck und plauderten mit weiteren Reisenden. 

Die Nacht und die weitere Fahrt zwischen Korsika, Sardinien und dem Festland verlief völlig ruhig. Als Chregu am Morgen per GPS den Reisevortschritt überprüfte stellte er fest, dass vielleicht sogar eine leicht vorzeitige Anzkunft in Tunis möglich sein könnte. Die bestätigte sich dann ca. 3 Stunden vor fahrplanmässiger Ankunft. Nur gerade 20 Minuten bevor die Kabinen geräumt sein mussten, wurde per Durchsage informiert. Ausserdem wurde erwähnt, dass wir um 16:45 statt 18:30 ankommen werden. Am Schluss war es dann doch fast 18:00 bis wir im Hafen von Tunis anlegten... Also Vorsprung aber doch Verspätung ;-). 


Gepäck ohne Velo => unpraktisch

Nach dem wir dann in der Garage unser Pino wieder gesattelt hatten konnten wir an Land rollen. In welche Kategorie unser Pino genau gehört, waren sie nicht ganz schlüssig. beim Anstehen waren wir in der Kategorie Töff, dann bei beim Bording waren wir zum Start noch ein Töff, dann aber doch ein Fahrrad bzw. irgendetwas undefinierbares. Bei der Einreise in Tunesien wieder zuerst ein Töff, nach dem anstehen zwischen den Motorfahrzeugen, dann doch wieder ein Fahrrad bzw. Fussgänger. 

Wir wurden bei der Einreise als Fussgänger behandelt und mussten nach dem Stempfel im Pass unser Gepäck und das Pino durch den Scanner befördern. Danach gab es noch eine "Durchsuchung" des Gepäcks wobei eigentlich vor allem die Elektrogeräte von Interesse waren. Und wenn man wie Chregu ein Telefon hat von welchem es eine Version inkl. Funkgerät gibt, kann das Disskusionen auslösen. Nachdem wir dann aufgezeigt hatten, dass das Natel kein Funk hat (Atom L statt XL) wurden wir "freigelassen" und wurden von tunesischen Strassengewimmel und einer wunderbaren Abendstimmung empfangen. 

Auf der Autobahn, in bester Gesellschaft mit Eselkarren und weiteren Fahrradfahrend (die Autobahn ist für alle da) ging es auf einem Damm vom Hafen in die Stadt und weiter über den grössten Boulevard direkt zur Medina, die Altstadt. Dort hatten wir in der Jugi ein Zimmer gebucht. Nun mussten nur noch den Weg durch die schmalen Gassen finden. Die funktionierte besser als erwartet und nach kurzem Velostossen fanden wir die richtige Gasse und wurden im Hostel empfangen. 

 

Innenhof Jugi mit Glaskuppel

Heute reisten wir per Bus (Zug war leider ausser Betrieb) nach Karthago und Sidi Abou Said und klapperten da zwei der Touri-Hotspots ab. Nach einer Pause im Hostel schlenderten wir durch die Medina und die vielen Geschäfte. bzw. die noch offen waren.

viele farbige Schälchen: Qualität sehr unterschiedlich

tunesisches Farbkonzept: Fassaden weiss, Details blau, Taxis gelb, Randsteine weiss, rot

Morgen werden wir Richtung Norden losfahren und haben vor im Groben eine Runde gegen den Uhrzeigersinn im Norden des Landes zu drehen. Wir nehmen an, dass das nächste WLAN länger auf sich warten wird.

1 Kommentar:

  1. Cool, dass wir hier wieder lesen und "mitreisen" können. Danke! Wir wünschen euch eine tolle Reise mit vielen schönen Erlebnissen.

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